Kultur + Bühne

Kultur und Bühne am LvD

„Die Bühne scheint mir der Treffpunkt von Kunst und Leben zu sein.“ (Oscar Wilde)

Die Theaterbühne ist ein faszinierender Ort: Menschen verwandeln sich, schlüpfen in eine Rolle, erzählte Geschichte wird lebendig, uralte Themen werden immer wieder in neues Gewand gekleidet … Für manchen sind es Bretter, die die Welt bedeuten …

Auch für unsere Schülerinnen und Schüler bedeutet die Bühne sehr viel! Bereits in der Klasse 5 bieten wir in unserem Kreativband eine Theater-AG an und auch in späteren Phasen der Schülerlaufbahn gibt es zahlreiche Möglichkeiten, aktiv oder als Zuschauer das Theater zu erleben:

  • jährlich erlebt die Schule das große „Finale“ des Schuljahres: Alle Schülerinnen und Schüler haben dann Gelegenheit, ihre Tänze, Sketche oder Spielszenen aufzuführen
  • unsere Literaturkurse führen regelmäßig ihre eingeübten Stücke auf
  • regelmäßig finden englische Theateraufführungen zu Unterrichtsthemen statt
  • die „Physikanten“ präsentieren regelmäßig spektakuläre Naturwissenschaften auf der Bühne
  • es gibt gemeinsame Fahrten ins Krefelder Stadttheater

Unsere „Kultursplitter“ …

Kultursplitter

... ein Abend von und für Schüler, Eltern und Lehrer.

Mit dem „Endsplitter“ verabschiedeten wir im Januar 2016 von der großartigen Zeit der „Kultursplitter“. Es war Zeit für neue Formen und die Weiterentwicklung unserer kulturellen Arbeit. Sicher wird im Jubiläumsjahr 2017 ein neues Format an den Start gehen!

Viele Jahre lang bot der „Kultursplitter“ eine Mischung von Beiträgen aus Kunst, Literatur, Musik, Tanz, Video, Theater usw., kurz: aus allem, was sich irgendwie „Kultur“ nennt. Aus der umfangreichen, aber Spaß bringenden Zusammenarbeit von Schülern, Eltern, Lehrern und immer wieder auch Ehemaligen gingen zum achten und letzten Mal die Kultursplitter über die Bühne, gefüllt mit Programmpunkten verschiedensten Inhalts: von klassisch bis modern, von schrill bis still, von komisch bis kritisch, von heiter bis nachdenklich.

Pädagogischer Hintergrund

Die Veranstaltung sollte durch die Zusammenarbeit an einem inhaltlich möglichst offen gestalteten – nur durch den Begriff „Kultur" gebundenen – Projekt die tradierten Grenzen zwischen Lehrern, Schülern und Eltern öffnen. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile – unter diesem Dach vereinten sich dann die individuelle Stärken (Organisation, Darbietung, Werbung, Technik, …) der Teilnehmer. Unabhängig von fremdgesetzten Lernzielvorgaben wurde Know-how durch aktive Zusammenarbeit vertieft (wie löte ich Kabel an, richte ich mein Licht ein, verbeuge ich mich nach dem Auftritt etc.). Die Mitarbeit wurde entsprechend persönlicher, die an Schulen häufige – vielleicht notwendige – Distanz wurde durch gemeinsames Arbeiten an der Sache ersetzt. Schule nahm verstärkt Privates in sich auf, wurde andererseits auch Privatraum, Lebensraum. Freunde und Ehemalige – alle im Schulbetrieb Tätigen wurden integriert.

Der „Kultursplitter" hat mittlerweile sieben Mal stattgefunden. Der organisatorische Anspruch ist gewachsen, die Veranstaltung mittlerweile dreitägig.

Unter den Teilnehmern sind Schüler-Profis, die auch als Ehemalige jedes Mal ihr Können zur Verfügung stellen. Durch die Zusammenarbeit mit jüngeren Schülern bleibt uns ihr Know-how erhalten. Neben der Initialzündung für schülerische Kreativität erhalten die Schüler durch den professionellen Anspruch des Kultursplitters Einblick in diverse Arbeitsmöglichkeiten im Rahmen kultureller, medialer Ereignisse. Die Reaktion auf die Aufführungen motiviert die Schüler in diesen Bereichen weiterzuarbeiten.
Der Kultursplitter nimmt mittlerweile einen auch von der Öffentlichkeit beachteten Status im Rahmen der Schulaktivitäten ein. Zunehmend erfahren wir Unterstützung durch die Stadt und anliegende Firmen.
Die beteiligten Fächer (z.B. Musik und Kunst) haben über ihre Aktivitäten eine größere Akzeptanz im Schulalltag erlangt.
Durch die Koordination der aller Fächer und einer großen Schülerzahl ist der Besuch dieser Veranstaltung jedes Mal gesichert, die Besucherzahl ist jedes Mal gewachsen.
Die mehrtägige Aufführung erlaubt den Schülern einen Einblick in professionelle Darbietungsbereiche.

UNESCO-Welttag der Poesie

UNESCO-Welttag der Poesie

Aus Anlass des UNESCO-Welttages der Poesie fand am 21. März 2012 eine Autorenlesung in der Aula des LvD statt. Monika Littau, Vorsitzende der Gesellschaft für Literatur in Nordrhein-Westfalen, warb bei dieser Gelegenheit vor rund 300 Schülern der Jahrgangsstufen 10 bis 12 für den Lyrik-Wettbewerb postpoetry, den die Gesellschaft seit 2010 organisiert und der vom Land NRW gefördert wird.

Der Wettbewerb richtet sich vornehmlich an junge Menschen im Alter von 16 bis 21 Jahren. Monika Littau moderierte die Veranstaltung. Durch ihre erfrischende Art konnte sie das Publikum rasch für sich gewinnen: „Eine Befragung von 20 bis 29-jährigen hat ergeben, dass 63 Prozent dieser Altersgruppe schon länger keine Gedichte mehr lesen. Wir möchten diesem Trend entgegenwirken.“

Lyrik als Ausgleich zum Alltag

Um das Interesse der LvD-Schüler an Literatur zu verstärken, trugen zwei postpoetry-Preisträgerinnen des Vorjahres aus der Kategorie „Nachwuchsautorinnen und Nachwuchsautoren“ ihre Verse vor: Lea Beiermann, Jahrgang 1992, aus Düsseldorf, die Germanistik und Anglistik studiert, und Apollonia Gottwald, 18, aus Wachtendonk, die Mathematik studiert und die in der Beschäftigung mit Lyrik „einen wunderbaren Ausgleich zum Alltag“ sieht. Zudem trug Marius Hulpe, Jahrgang 1982, aus Soest Texte vor. Er war im vergangenen Jahr mit dem postpoetry-Literatur-Preis bedacht worden.

Für Dietmar Damwerth, Geschäftsführer der Gesellschaft für Literatur NRW, der ebenfalls nach Kempen gekommen war, eine lohnende Initiative: “Mit dem Lyrik-Wettbewerb möchten wir in einer Zeit, in der immer neue Informationstechnologien dominieren, das Interesse an Gedichten und Literatur verstärken. Über  die Autoren- und Nachwuchsförderung hinaus möchten wir mit postpoetry Schüler für Lyrik begeistern und sie motivieren, beim postpoetry-Wettbewerb 2012 mitzumachen.“  Wie Frau Littau war er vom Engagement der LvD Schüler angetan. Im Deutschunterricht hatten ihre Lehrer die Oberstufenschüler auf die Veranstaltung vorbereitet. Sechs Schüler trugen mit sichtbarer Freude Gedichte vor, unter ihnen Anna Abbelen und Marlyn Wittmer (beide Jahrgangsstufe 10). Das musikalische Begleitprogramm gestaltete Katharina Schäfer, Jahrgangsstufe 11.

Die Trommel als Symbol für den „Welttag der Poesie“

UNESCO-Welttag der Poesie

Die Veranstaltung war von einem Trommelspiel eingerahmt. Marian Meissner, Jahrgangsstufe 11, spielte das Instrument. Die Trommel ist das Symbol für den „Welttag der Poesie“ und konnte die Aufmerksamkeit der Schüler noch steigern. Der „Welttag der Poesie“ findet alljährlich am 21. März statt und steht unter der Schirmherrschaft der UNESCO und der Vereinten Nationen. Die Gesellschaft für Literatur in NRW hatte in diesem Jahr das LvD für ihre zentrale Veranstaltung ausgewählt. Monika Littau und Dietmar Damwerth erhoffen sich eine rege Beteiligung der LvD Schüler am postpoetry-Wettbewerb 2012. Zum Ansporn erhielten alle Oberstufenschüler der Stufen 10 bis 12 mehrere postpoetry-Karten mit preisgekrönten Gedichten aus den Vorjahren.

Heinrich Klümpen